Förderverein

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Porträts

Hier stellen sich einige Vereinsmitglieder vor. Erfahren Sie, wer sie sind, warum sie sich für Denkmale interessieren und weshalb sie Mitglied im Förderverein sind.

Ingrid Heineck

Als Leipzigerin, Gründungsstifterin der Leipziger Denkmalstiftung sowie Projektmanagerin der europäischen Leitmesse „denkmal“ ist es mir eine Herzenssache, mich auch ehrenamtlich mit Denkmalpflege, Restaurierung, Altbausanierung und unserer Baukultur auseinander zu setzen und somit Berufliches mit privatem Interesse zu verknüpfen.

 

Gern erkunde ich mit Freunden und Familie, auch mit Gästen, die vielfältigen Reize und architektonischen Schönheiten meiner Heimatstadt und ihrer Umgebung, aber auch manche weniger bekannte oder auch „hässliche“ Ecke Leipzigs.

 

Mitverantwortung und das Bewusstsein für die Erhaltung unserer Denkmale schärfen – dafür braucht es ein Geflecht unterstützender Akteure, eine vielseitige Vernetzung und ein Miteinander. Seit 26.04.2013 bin ich im Vorstand des Fördervereins der Leipziger Denkmalstiftung e.V. Ob Rundgänge begleiten, Netzwerken, Öffentlichkeitsarbeit bei Standdiensten und Tagungen, Kontakte vermitteln, Patenschaften für Projekte initiieren – all das sind für mich reizvolle Aufgaben. Mein Engagement im Förderverein sehe ich als aktiven Beitrag dafür, dass Leipzig so schön und pulsierend, ja liebens- und lebenswert bleibt.

Andreas Hirt

Seit 2003 führe ich in Dresden ein Architekturbüro, in dem wir uns vorrangig mit historischen Gebäuden und Baudenkmälern befassen. Mich fasziniert dabei stets der Charme des Historischen und die Geschichten, die uns die alten Gemäuer erzählen.

 

2010 stieß ich bei der „denkmal“-Messe in Leipzig auf den Stand der Leipziger Denkmalstiftung. Das breite Netzwerk in der Denkmalpflege sowie das ehrenamtliche Engagement und die Kollegialität der Mitglieder zeigten mir, dass man gemeinsam viel bewegen kann.

 

Ich konnte erreichen, dass zwei Arbeitsgruppen, die sich mit bedrohten Baudenkmalen und gelungenen Sanierungskonzepten befassten, zusammengelegt wurden: Das Denkmalradar (www.denkmalradar.de) war geboren! Als Dresdner war ich zunächst ein Exot in der Leipziger Denkmalstiftung. Mittlerweile finden sich immer mehr Mitstreiter in ganz Mitteldeutschland, die den Verein unterstützen möchten. So konnten wir im letzten Jahr eine Regionalgruppe in Dresden gründen, die mit Ideen und Engagement den Denkmalschutz auch im ostsächsischen Raum stärken will.

Richard Pantzier

Mein Name ist Richard Pantzier, ich bin vor kurzem 19 Jahre (2014) alt geworden.

 

Da ich in Leipzig geboren und aufgewachsen bin, habe ich die Veränderungen der letzten 15 Jahre im Stadtbild natürlich „unfreiwillig“ miterlebt. Fassaden strahlten plötzlich wieder und das graue Leipzig verschwand mehr und mehr. Das faszinierte mich schon und so fing ich irgendwann an, ungeduldig zu warten, bis die Gerüste nach einer Sanierung abgebaut waren und ein Gebäude so nicht selten auch die ganze Umgebung freundlicher gestaltete.

 

Da ich nach der Schule mit dem Studium noch nicht sofort anfangen wollte, bin ich auf die Leipziger Denkmalstiftung gestoßen und habe nach einem Praktikum angefragt. Und so bin ich jetzt seit September Praktikant beim Förderverein und helfe, wo ich kann. Voraussichtlich wird dieses Praktikum bis Ende März gehen.

 

Im Herbst 2015 werde ich anfangen zu studieren. Auf die Frage, welche Richtung, habe ich bis jetzt immer „Stadtplanung“ geantwortet und wenn ich nicht noch auf eine andere Idee komme, wird es auch dazu kommen.

Dieter Pommer

Ein Bericht in der Leipziger Volkszeitung und der Rundbrief zur Gründung der Leipziger Denkmalstiftung im Juli 2009 weckten mein Interesse, und in mir reifte der Entschluss, mich aktiv am Grundstock zu diesem Vorhaben zu beteiligen. So wurde ich im September 2009 Stifter.

 

Ich hatte 1991 die einst 1972 enteignete Stahlbetonfirma Max Pommer Leipzig neu gegründet und befasse mich seit meinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2003 mit der 100jährigen Geschichte unserer Familie und des Bauunternehmens; und das ist vor allem Baugeschichte im mitteldeutschen Raum. Die noch vorhandenen Bauten des Architekten Max Pommer (1847-1915) und ersten Stahlbetontragwerke der von ihm gegründeten Firma stehen unter Denkmalsschutz, so auch die vier Wohnanlagen der Stiftung Meyer‘sche Häuser in Leipzig, in deren Beirat ich ehrenamtlich tätig bin.

 

Auf Grund dieser Tätigkeiten war für mich die Beteiligung an der Leipziger Denkmalstiftung und die Mitwirkung im Förderverein nur ein logischer Schritt. Die materielle Grundlage für die Existenz eines Vereins sind, besonders in den ersten Jahren, möglichst zahlreiche Mitglieder mit ihren Beiträgen, und dabei besonders institutionelle. In der Stärkung dieser Basis zusammen mit der Knüpfung fachlicher Netzwerke, sowie Beiträgen zur Geschichte der Baudenkmale sehe ich nach einem intensiven Berufsleben meine Hauptaufgabe, der ich mich noch recht lange widmen möchte.

Christian Raetzke

Bei meinem Beruf als Rechtsanwalt habe ich mit Denkmälern nichts zu tun, umso mehr in meiner Freizeit. Schon als Schüler haben mich Schlösser und Kirchen fasziniert und ich zeichnete gerne phantastische Prachtbauten mit kolossalen Säulenordnungen und Kuppeln. Im Vorstand habe ich das Amt des Schatzmeisters übernommen, obwohl mein Herzblut nicht den Zahlenkolonnen gehört. Aber schon die alten Römer wussten: pecunia nervus rerum – ohne Geld läuft nichts.

 

Warum Denkmalschutz? Jede menschliche Gesellschaft beruht auf Kultur, bewusst oder unbewusst. Was wir sind, sind wir lange geworden; und es ist wichtig, dass wir Zeugnisse unserer Geschichte vor Augen haben. Noch wichtiger aber ist mir der Aspekt des ästhetischen Genusses, des Wohlfühlens in der Stadt. Gebäude aus früheren Zeiten sind einfach schön, sie beruhen auf einem Vokabular an Stilmitteln, das sich harmonisch zusammenfügt. Es ist schon großartig, welcher Detailreichtum etwa in einer Gründerzeit-Prachtfassade steckt. Proportionen und Ornamente sind dabei nicht beliebig, sondern aus einem einheitlichen Stilwollen unter Anwendung bewährter Maße, Details und Kombinationen lebendig entwickelt. Aus diesem Grund finde ich alte Architektur der modernen Architektur unbedingt überlegen und man muss sie bewahren, wo es sie noch gibt.

 

Ich hoffe, dass wir noch viele Menschen überzeugen können, bei uns mitzumachen – denn je mehr Leute hinter einer Idee stehen, desto machtvoller wird sie. Aktive Mitglieder und der regelmäßige Geldeingang durch Mitgliedsbeiträge sind die Grundpfeiler jeder Vereinsarbeit. Egal wie jemand sich einbringt – es lohnt sich immer.

Dave Tarassow

Seit 4 ½ Jahren (2014) gibt es unseren Förderverein schon und genauso lange bin ich schon hier tätig. Dave Tarassow heiße ich, bin 25 Jahre alt und freiberuflicher Fotograf, Grafiker und Redakteur. Im Verein bin ich seit 2013 stellvertretender Vorsitzender, seit 2010 für PR und Marketing zuständig. Zu meinen Hauptaufgaben gehört die komplette Öffentlichkeitsarbeit, mehrere Veranstaltungen, wie die DENKMAL-Rundgänge und die denkmal-Messe, aber auch Text und Layout für Publikationen sowie die Administration von sechs Kommunikationskanälen. Daneben stehe ich für alle Vereinsmitglieder und Interessierten als Mitgliederbeauftragter für Fragen, Ideen und Probleme zur Verfügung. Durch meine berufliche Medienarbeit kann man auch das ein oder andere für unseren Verein ermöglichen.

 

Ja, warum interessiere ich mich für Denkmäler? Angefangen hat es mit Märchen, wo es immer traumhaftschöne Orte gab, Häuser mit Backstein oder Fachwerk. Läuft man durch die Straßen, wie bei mir in Schleußig, findet man zahlreiche Altbauten, die den Glanz der Architektur und des historischen Stadtbilds zeigen, sowohl marode als auch saniert. Um nicht zu zusehen, wie dieses einmalige Bauerbe in Leipzig weiter baden geht, setze ich mich seit 2009 für die Arbeit der Leipziger Denkmalstiftung ein.

Toralf Zinner

Als ich 1998 in einem Projektteam für das ASW ein Sicherungsprogramm

für 89 Wohngebäude und 12 Schulen aus der Gründerzeit entwickelte und umsetzte, verliebte ich mich in die weitestgehend denkmalgeschützte gründerzeitliche Bausubstanz Leipzigs. Dies bewog mich auch bald darauf nach Leipzig umzuziehen.

 

Der Nacht-und-Nebel-Abriss des imposanten LWB-Gebäudes Ecke Karl-Heine-Straße/Zschochersche Straße war ein Signal, dass etwas gegen die damalige Abriss-Politik an Baudenkmalen unternommen werden musste. So war ich dann auch sofort bei dem aus diesem Anlass 2004 gegründeten Stadtforum Leipzig dabei. Durch diese starke Bewegung konnte in den

Folgejahren ein Umdenken der Stadtverwaltung zum Umgang mit Ihrer wertvollen Denkmalsubstanz erreicht werden. Ein weiterer Höhepunkt dieses Bürgerengagements für Denkmalerhalt war die Gründung der Leipziger Denkmalstiftung, zu deren Gründungsstiftern ich gehöre ebenso wie von deren Förderverein (Gründungsmitglied).

 

Ich bringe mich aktiv mit meiner AG „Aktionen“ in die Arbeit ein. Unsere Aufgabe ist, bei Bedarf freiwillige, meist ehrenamtliche Arbeitseinsätze an Baudenkmalen zu organisieren. Bisher geschah dies u. A. am Bahnhof Plagwitz, an der Villa Hasenholz in Leutzsch sowie an den Kirchen Philippus und Nathanael in Lindenau. Dabei werde ich intensiv von Dave Tarassow unterstützt. Auch deckte ich in der Vergangenheit die Standbetreuung der Leipziger Denkmalstiftung auf der denkmal-Messe und dem Stadtteilfest Westbesuch mit ab und trat als Referent auf Denkmalführungen am Bahnhof Plagwitz und in Torgau auf.

 

Mein größter Wunsch ist, dass viel mehr Bürger sich aktiv in unsere Arbeit einbringen, so dass die Last nicht auf wenigen Schultern liegt und unsere Arbeit effektiver werden kann.