Die Stiftung

Denkmalschutz stiftet Identität

Die Zerstörung eines Baudenkmals hat weitreichende Folgen. Der Verlust eines Gebäudes bedeutet oft auch die Beschädigung gewachsener Stadtstrukturen. Der Erhalt wertvoller Baukultur stärkt die städtische Identität.

Bauerbe in Gefahr

Sachsen verändert sein Gesicht. Die Bevölkerung schrumpft dramatisch. Lebten Anfang 1990 noch knapp fünf Millionen Menschen in Sachsen, waren es Ende 2005 rund 13 Prozent weniger (4,27 Millionen) Bis 2020 wurde ein weiterer Rückgang um 12 Prozent auf 3,8 Millionen Einwohner prognostiziert. Zugleich droht Städten und Gemeinden der Identitätsverlust durch den Abbruch tausender historischer Baudenkmale und die Zerstörung gewachsener Stadtstrukturen. Angesichts leerer Kassen sind städtebauliche oder denkmalpflegerische Zielsetzungen nicht finanzierbar.

 

Die Fakten sprechen eine ernüchternde Sprache:

  • Nach Auskunft des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege ist in Sachsen derzeit jedes zehnte der 105.500 erfassten Denkmale vom Zerfall bedroht.
  • Seit 1990 wurden in Sachsen bereits 3.349 Baudenkmale abgerissen, 784 allein in der Region Leipzig (Stadt und Landkreis). Die meisten Abbrüche fallen in die Jahre nach 2000.
  • Allein in Leipzig sind 2.000 Baudenkmale im Bestand gefährtdet.
Denkmalschutz als Chance

Attraktive und unverwechselbare Städte mit einem hohem Denkmalbestand stiften Identität. Sie wirken gegen die Abwanderung und ziehen potenzielle Einwohner an. Gerade in Sachsen mit einer enormen Dichte an historischen Stadtbildern und Baudenkmalen ist das ein entscheidender Standortvorteil.

Geld für die Denkmalpflege bedeutet Wirtschaftsförderung. Denkmalschutz stellt eine der zukunftsträchtigsten Investitionsarten dar. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden jährlich 15 Milliarden Euro in Baudenkmale investiert. Durch die Programme zur Städtebauförderung können im Idealfall mit einem eingesetzten Euro bis zu 25 Euro Gesamtinvestitionen ausgelöst werden.

Neue Liebe für alte Mauern

Die Renaissance der Altbauten hat begonnen: Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (2008) sind fast 40 Prozent der Deutschen bereit, für eine Wohnung im restaurierten Altbau mehr Miete oder einen höheren Kaufpreis zu zahlen als für eine vergleichbare andere Wohnung. Mit gestärkten historischen Quartieren entstehen attraktive Alternativen zum Wohnen und Arbeiten. Der Trend geht zurück zum städtischen Leben. Vor allem ostdeutsche Städte bieten Urbanität und Freiraum für jeden.