Die Stiftung

Das Capa-Haus und seine Geschichte

Hier erfahren Sie die wechselvolle Geschichte des heutigen Capa-Hauses und Informationen zu unserer Geschäftsstelle.

Für das Ensemble wurde im Jahre 1909 der Grundstein gelegt – bestehend aus der heutigen Jahnallee 61 (damals Frankfurter Straße 39) und der Luppenstraße 28 und 26. Auf östlicher Seite befindet sich der Palmengarten. Die Bewohner hatten und haben also einen schönen Ausblick ins Grüne und auf die Skyline. Architektonisch fallen die Häuser in die Gründerzeit und zeugen mit Prunk und Wohlstand.

 

Im letzten Jahrzehnt standen die Gebäude leer, sie waren sich selbst überlassen. In der Silvesternacht 2011/2012 brannte der Dachstuhl. Eine Abrissgenehmigung hatte das Gebäude schon. Die „Bürgerinitiative Capa-Haus“ setze sich aktiv für den Erhalt des Ensembles ein. Sie deckten auf, dass hier das weltberühmte Foto „Der letzte Tote des Krieges“ entstand, das am 14. Mai 1945 im LIFE-Magazin vom Kriegsfotografen Robert Capa, nach dem das Haus benannt wurde, erschien. Capa fotografierte die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs in Leipzig, unter anderem am 18. April 1945, als die 2. US-Infanterie-Division sich im zweiten Obergeschoss der heutigen Jahnallee 61 aufhielt und ihren Kameraden bei der Erstürmung der Zeppelinbrücke Deckung geben sollte. Dabei wurde ein Soldat tödlich getroffen. Dieser ging als „Der letzte Tote des Krieges“ mit einer Aufnahme von Capa um die Welt. Aber seine Identität wurde erst 67 Jahre später bekannt. Die Bürgerinitiative und viele weitere Akteure, darunter die Leipziger Denkmalstiftung, haben sich für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt. Das Ensemble wurde zwangsversteigert, zunächst an eine Zahnärztin aus Bremen. Später erneut an die „LS Denkmal Immobilien GmbH“ um Horst Langner. Umgehend nahm er die Planungen für die Notsicherung auf, die 2013 erfolgte. Ein Jahr später startete die umfangreiche Sanierung, die 2016 abgeschlossen werden konnte. Es entstanden insgesamt 41 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten. Im Januar 2016 eröffnete im ehemaligen „Café des Westens“ das „Café Eigler“ aus Stötteritz, teils mit historischen Möbeln.

 

 

oben: Das Capa-Haus im April 2012 vor der Sanierung.

unten: Und im Juni 2016 nach der Sanierung.

 

 

Am 18. April 2015 wurde ein Teil der Erich-Köhn-Straße in Capastraße umbenannt, in Erinnerung an den Fotografen Robert Capa. Ein Jahr später, am 17. April 2016 wurde das Straßenstück der Lützner Straße am Palmengarten in Bowmanstraße, dem getöteten Soldaten, umbenannt. An der Jahnallee 61 wurde von Lehman Riggs, einem Kameraden von Bowman, und Franz Caspari, einem Zeitzeugen, eine Gedenktafel eingeweiht, die von Horst Langner gespendet wurde und für die Opfer aller Kriege steht. Zum Schluss erfolgte die Eröffnung des Capa-Museums mit historischen Aufnahmen und Fotoapparaten, die Capa nutze. Das „Capa-Haus“ und sein Umfeld sind ein wichtiger und geschichtsträchtiger Ort für Lindenau und die Stadt Leipzig geworden.

 

 

oben: Einweihung der Bowmanstraße am 17. April 2016 mit Lehman Riggs (Mitte), der Kamerad des getöteten US-Soldaten Raymond J. Bowman.

unten: Das Capa-Museum - Tätglich geöffnet von 9-19 Uhr über das Café Eigler.

 

Unsere Geschäftsstelle

Seit März 2016 haben wie hier im Capa-Haus unsere neue Geschäftsstelle.

Sie ist Anlaufstelle für alle Mitglieder und Stifter sowie interessierte Denkmalfreunde. Unsere beiden Mitarbeiter stehen Ihnen innerhalb der Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag 9-15 Uhr, Mittwoch 9-18 Uhr, Freitag 9-12) Rede und Antwort. Kommen Sie gern auf einen Kaffee vorbei.

 

Unser Domizil befindet sich direkt an der Haltestelle Angerbrücke, Straßenbahnhof und erreichen Sie mit TRAM 3, 7, 8 und 15 sowie BUS 130 und 131. Mit BUS 74 bis selbige Haltestelle, die sich jedoch in der Zschocherschen Straße Ecke Jahnallee befindet. Parkplätze sind in der Luppenstraße begrenzt vorhanden.